Welchen Zweck erfullt das Projekt?

Mobilität ist Bestandteil der Flexibilität, die für europäische Arbeitskräfte von hoher Bedeutung ist. Lernmobilität, also die länderübergreifende Mobilität zum Erwerb neuer Fähigkeiten, ist eine elementare Möglichkeit für Einzelpersonen und insbesondere junge Menschen ihre zukünftige Arbeitsmarktfähigkeit und persönliche Entwicklung zu verbessern und zu stärken (Europäische Kommission, 2009).

Im Jahr 2013 wurden allein im Vereinigten Königreich 145 Mobilitätsprojekte für Personen in integrierter beruflicher Bildung (IVET) und 55 Projekte für Menschen auf dem Arbeitsmarkt finanziert. Die Statistik zeigt, dass sich die Zahl der erfolgreichen Anträge, denen Mobilitätszuschüsse zugesprochen wurden, von Jahr zu Jahr sukzessive erhöht. Hierbei handelt es sich nicht nur um einen Trend, der im Vereinigten Königreich beobachtet werden kann; vielmehr ist es eine europaweite Tendenz, die im Zuge der neuen Programmlaufzeit von 2014 bis 2020 und des Programms ERASMUS noch verstärkt wird.

Vorausgehende Literaturrecherchen und 12 strukturierte, mündliche Befragungen von KMU aus den Partnerländern, die in den vergangenen drei Jahren im Bereich Mobilität aktiv waren, haben gezeigt, dass diese Interessengruppe häufig außer Acht gelassen wird. Die befragten Unternehmen brachten ihr Interesse daran zum Ausdruck, über Richtlinien oder Werkzeuge zu verfügen, die sie nicht nur auf die praktische Umsetzung der Mobilitätsaktivitäten, sondern auch auf die erforderlichen Soft Skills, wie interkulturelle Kompetenz, vorbereiten.

Der Erfolg der Vermittlung im Ausland hängt stark vom Ausmaß ab, in dem ein Praktikant oder eine Praktikantin in Berührung mit dem Lebensstil, der Mentalität und den Gepflogenheiten des Gastlandes kommt. In diesem persönlichen wie interkulturellen Prozess spielt die Gastorganisation eine zentrale Rolle. KMU repräsentieren das “praktische Handbuch” des Praktikanten/der Praktikantin in der Arbeitswelt sowie für die Identität und das jeweilige Umfeld (ökonomisch, gesellschaftlich und kulturell). Mangelnde Vorbereitung, unrealistische/unerfüllte Erwartungen sowie verunsichernde kulturelle Begegnungen während des Aufenthalts können sich nachteilig auf die Wahrnehmung, die Anpassung und das Engagement auswirken. Auf diese Weise könnten die Betroffenen mit tief verwurzelten negativen Vorurteilen in Bezug auf deren Gastorganisationen und Gastländer (Allen, Dristas, und Mills, 2007; Bateman, 2002; Stroebe, Lenkert, und Jonas, 1988), einer ‘verstärkten Wahrnehmung der nationalen Identität’ (Block, 2007) und einem höheren Maß an Ethnozentrismus (Isabelli-Garçia, 2006; Jackson, 2008) nach Hause zurückkehren.

Die langjährige Praxis der EU-Mobilitätsaktivitäten resultierte in der Verbesserung des Durchführungsprozesses dieser Mobilitäten und generierte einen allgemeinen Wissenspool, der der Gesellschaft über verschiedene Initiativen und Projekte zugänglich ist. Diese Werkzeuge haben gemein, dass der Schwerpunkt auf die Lernenden (Studierenden, Jugendlichen etc.), die in ein neues Land gehen, sowie auf deren Vorbereitung auf diese herausfordernde Erfahrung gesetzt wird. Die Rolle und Vorbereitung der Gastunternehmen andererseits, bei denen es sich meist um KMU handelt, wird häufig in einem hohen Maß vernachlässigt. Es gibt wenige nützliche Praxisleitfäden, die auf KMU konzentriert sind, bei denen es sich jedoch - nach beruflichen Weiterbildungsinstitutionen und -organisationen - um die zweitgrößte Aufnahmegruppe in Bezug auf Mobilitätsaktivitäten handelt.

Die Realität zeigt, dass die größere Last hinsichtlich beruflicher, kultureller und unklarer Herausforderungen bei den Praktikanten und Praktikantinnen liegt. Die aufnehmenden KMU sind auch mit interkulturellen Schwierigkeiten konfrontiert, aber da sich diese in ihrem natürlichen Umfeld befinden, gibt es keine Maßnahmen, um diese auf den Kontakt mit anderen Kulturen vorzubereiten. Einige Vermittlerorganisationen bieten diese Art von Schulungen oder Beratungen als Teil ihrer Leistungen an, wobei diese nur bestimmte Bereiche abdecken und unvollständig sind. Diese Feststellungen, die in den vorausgegangen Untersuchungen in allen Partnerländern und durch die praktischen Erfahrungen der beteiligten Organisationen gemacht wurden, führten dazu, dass dieser unerforschte Bereich zur Verbesserung europäischer Mobilität erkannt wurde – die Entwicklung interkultureller Fähigkeiten der KMU, die im Bereich Mobilität aktiv sind.

Das Hauptziel des Projekts InterMobil ist daher, eine verbesserte Umgebung für Jugendaustausch- und Mobilitätsprogramme im Bereich der beruflichen Weiterbildung und Arbeitsvermittlung zu schaffen.

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